LEBENSKRAFT, DIE AUS DER EIGENEN MITTE KOMMT

Die Yogalehre, die ich weitergebe, basiert auf der Ayurveda (die “Wissenschaft des Lebens”). Die ayurvedische Medizin lehrt uns gesund zu leben und sanft zu heilen. Diese Lebenskunst kann uns helfen das körperliche, emotionale und seelische Potential unseres Daseins bestmöglich auszuschöpfen. Sie zeigt uns die Bausteine der Lebendigkeit für unsere drei verschiedenen Konstitutionen.

Vata

Vata-Menschen sind lebhaft, flexibel, fröhlich, klar in ihrer Aussage, schnell, vielseitig begabt, sprachgewandt und kreativ. Ihr Element ist die Luft.

Pitta

Pitta-Menschen sind herzlich, können sich gut konzentrieren, sind dynamisch und klar, mutig, stark und begeisterungsfähig, haben eine gute Verdauung und eine lebendige Ausstrahlung. Ihr Element ist das Feuer.

Kapha

Kapha-Menschen sind liebevoll, mitfühlend, methodisch, stabil, haben ein gutes Gedächtnis und ein resistentes Immunsystem. Sie wirken entspannt und ausgeglichen. Ihre Elemente sind Erde und Wasser.

AYURVEDA

In der ayurvedischen Yoga-Lehre ist es wichtig, wie lange der Praktizierende in einer Position verweilt, welche Übungen ausgewählt und wie sie zusammengestellt werden, damit eine präzise und optimale Wirkung erreicht werden kann. Körperübungen werden in Verbindung mit einer bewussten Atmung gezielt eingesetzt. Wird der Hatha-Yoga mit dem exakten Aufbau des Raja-Yoga gelehrt, so kann die Wirkung zusätzlich gesteigert werden. Es wird speziell darauf geachtet in welcher Region des Körpers eine Übung vorherrschende Wirkung zeigt. Yoga sollte nicht nur auf den Bewegungsapparat, sondern auch auf den inneren Bereich eine ausgeglichene Wirkung haben. In meinem Yogaunterricht habe ich immer dieses Ziel vor Augen.

HATHA-YOGA UND DIE VIER KLASSISCHEN YOGASYSTEME

Der Yoga ist eines der sechs klassischen Systeme der indischen Philosophie und zugleich das Älteste uns überlieferte Übungssystem für eine bewusste Entwicklung des ganzen Menschen. Yoga fördert das körperliche und seelische Gleichgewicht und stiftet inneren Frieden.

Es gibt vier klassische Yoga-Systeme. Sie heissen Raja-, Jnana-, Karma- und Bhakti-Yoga. In der westlichen Welt ist hingegen der Hatha-Yoga am weitesten verbreitet.

YOGASYSTEME: DER HATHA-YOGA

Dieses Yoga-System ist erst viel später zu den vier ursprünglichen Yoga-Systemen hinzugestossen. Hatha-Yoga dient als Weg für die Gesundheit, Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit des Menschen. Es ist eine Methode physischer Schulung, durch die der Körper und die Lebenskraft auf den Höhepunkt der Leistungsfähigkeit gebracht werden können. Die Yogaübungen lindern Rücken- und Nackenschmerzen, lösen Spannungen und Stress und verbessern die Konzentration. Yoga hilft eine ausgeglichene Lebensweise zu erreichen.

YOGASYSTEME: DER RAJA-YOGA

Raja-Yoga wurde im 2. Jh. v. Chr. von Patanjali (Begründer der Yoga-Philosophie) definiert als eine methodische Anstrengung zum Erlangen von Vollkommenheit durch Beherrschung der physischen und psychischen Komponenten der menschlichen Natur. Körper, aktiver Wille und wahrnehmendes Denken werden unter Kontrolle gebracht. Bestimmte Ãœbungen befreien den Körper von seiner Rastlosigkeit. Weitere Übungen dienen dazu das Denken zu läutern und zu beruhigen. Dieses Lehrsystem umfasst folgende acht Stufen:

Yama. Selbstbeherschung, Nicht-Verletzen, Wahrhaftigkeit, Begierdelosigkeit (ethische und moralische Übungen).

Niyama. Reinheit, Zufriedenheit, Strenge gegen sich selbst und Hingabe an Gott (ethische und moralische Übungen).

Asana. Körperhaltung (der Körper wird in eine Position gebracht, in der er die Konzentration nicht stört).

Pranayama. Atemübungen (der Atem hat einen grossen Einfluss auf das Denken und die Gemütsverfassung).

Pratyahara. Das Zurückziehen der Sinne vom Objekt, damit das Denken nicht mehr abgelenkt wird.

Dharana. Konzentration (die Fähigkeit das Denken bei einem Objekt zu behalten).

Dhyana. Meditation (mit dem Objekt eins werden, ohne Projektionen eigener Vorstellungen).

Samadhi. Überbewusster Zustand, in dem Erscheinungswelt und Dualität nicht mehr existieren.

YOGASYSTEME: DER JNANA-YOGA

Der Weg der Erkenntnis und der intellektuellen Analyse. Durch Unterscheidungsvermögen wird die gesamte Erscheinungswelt als vergänglich erkannt. Dieser Weg fordert nicht nur einen scharfen Verstand, sondern auch Bindungslosigkeit.

YOGASYSTEME: DER KARMA-YOGA

Der Weg von Ursache und Wirkung, Handlung und Ergebnis. Zeigt die letzte Wahrheit durch Arbeit, ohne sich um ihre Früchte zu sorgen (“Der Nichtweise wirkt für die Früchte des Handelns, während der Weise für das Handeln selbst wirkt”).

YOGASYSTEME: DER BHAKTI-YOGA

Der Weg der Liebe und Hingabe. Bringt eine Vereinigung mit der Schöpfung. Durch Hingabe wird das Ego abgebaut und das Gefühl für die Mitmenschen gestärkt. Der Pfad der Nächstenliebe ist in allen grossen Weltreligionen vorhanden.